Car Wash: Was Sie garantiert noch nicht übers Autowaschen wussten

Car Wash ist seit den 1940er-Jahren ein Synonym für saubere Autos, denn damals entstanden die ersten Autowaschanlagen. Car Wash ist aber auch der Titel einer Komödie aus den 1970er-Jahren, dessen Titelsong sogar Christina Aguilera coverte. Wissenswertes, Witziges, Interessantes und Skurriles rund ums Thema Car Wash. Anschnallen – lesen – und erfahren, worum es bei Car Wash wirklich geht!

Car Wash: Die Geschichte

Seit es Autos gibt, also seit mehr als 100 Jahren, müssen diese gewaschen und gepflegt werden. Anfangs musste jeder sein Auto selbst waschen – von Hand, mit dem Gartenschlauch oder einem Wasserkübel. Da das nicht jeder gerne macht, kamen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA die ersten Autowaschstrassen auf. Die Fahrzeuge wurden mit Muskelkraft vorangeschoben und Autowascher reinigten sie an verschiedenen Stationen. In den 1930er-Jahren begannen erste Waschstrassen, die Autos mit einer Seilwinde vorwärts zu ziehen. An drei Stationen wurden die Wagen dabei von Hand eingeschäumt, abgespült und getrocknet.

Die erste halbautomatische Autowaschanlage mit einem Förderbandantrieb, quasi die Mutter aller Car Wash-Anlagen, wurde 1946 in Detroit gebaut. Sie verfügte bereits über ein Wasserberieselungs- System und eine Trocknungsanlage mit Luftdüsen. Die eigentliche Autowäsche erfolgte aber nach wie vor von Hand.

1955 eröffnete Dan Hanna in Orgeon den Car Wash «Rub-a-Dub». 1957 besass er bereits 31 Car Wash-Betriebe, 1959 eröffnete er die erste voll mechanisierte Car Wash-Anlage der USA. In der Folge entwickelte Hanna Enterprises immer modernere Maschinen, welche die Autowäsche im Car Wash optimierten: Rundumlaufbürsten, automatisch anlaufende und stoppende Förderbänder, Reifenwaschdüsen, Textilbürsten und mit recycliertem Wasser arbeitende Autowaschanlagen. In Europa meldeten die Augsburger Unternehmer Gebhard Weigele und Johann Sulzberger (WESUMAT Autowaschanlagen GmbH) am 8. August 1962 ein Patent für die erste Waschanlage an. Die WESUMAT I, auch «Rundläufer» genannt, fuhr mit nur zwei Bürsten um das stehende Auto. 1963 präsentierte Konkurrent Kleindienst das erste Drei-Bürsten-Portal, eine elektrisch betriebene Autowaschanlage mit minimalem Platzbedarf. 1964 meldete Wesumat die erste vollautomatische Waschstrasse mit Münzautomat zum Patent an. In dieser konnten die Kunden erstmals während der Autowäsche im Fahrzeug sitzenbleiben. 2000 verschmolz Wesumat mit California Kleindienst zur Washtec AG. Das Augsburger Unternehmen beschäftigt heute rund 1800 Mitarbeiter und ist einer der führenden Hersteller von Car Wash-Anlagen.

Eine der ersten Autowaschanlagen der Schweiz ist die seit 1971 von der Familie Hostettler in bereits dritter Generation betriebene Waschstrasse der Watag AG in Dättwil. Die derzeit modernsten Waschanlagen der Schweiz sind der AutoSpa Gossau und der AutoSpa Chur.

Car Wash, der Film

Car Wash ist eine US-amerikanische Musik-Komödie aus dem Jahr 1976. Seine Story ist schnell erzählt: Mr. B, Betreiber der bekanntesten Autowaschanlage von Los Angeles «Dee Luxe Carwash», schlägt sich täglich mit den skurrilsten Figuren herum – und Autowascher T.C. versucht in dem täglichen Trubel, bei einem Radioquiz Eintrittskarten für die angesagteste Disco zu ergattern, um seine grosse Liebe für sich zu gewinnen. Ein chaotischer Film, der an den Nerven zerrt und mit wilder 70er-Jahre-Musik unterhält. Regisseur Michael Schultz erhielt für Car Wash bei der Goldenen Palme 1977 in Cannes den Technical Grand Prize. Ex-Motown-Produzent Norman Whitfield heimste für den von ihm geschriebenen und von Rose Royce gesungenen Titelsong «Car Wash» die Auszeichnung für Best Music ein.

Car Wash, der Song

Car Wash, der Song, wurde in der Folge ein Welthit. Er wurde bei den Golden Globes für den Best Original Song nominiert und beim Grammy 1977 mit der Trophäe «Best Album of Original Score Written for a Motion Picture or Television Special» ausgezeichnet. 2004 wurde Car Wash von Christina Aguilera und Missy Elliott gecovered – als Single für den Shark Tale Soundtrack.

Car Wash: Die Technologie der Autoreinigung

  • Car Wash mit der Hand
    Bis heute gibt es weltweit Firmen, welche die Autowäsche «von Hand» anbieten – sowohl in sehr armen Ländern, die sich keine Waschstrassen leisten können, als auch als «Luxusangebot» in reichen Industrienationen. 
  • Car Wash Self Service
    Die berühmte «Stützli-Wösch», bei der man selbst mit Hochdruckreiniger, Lappen, Schwamm und Tuch reinigt, erfreut sich seit Jahrzehnten nahezu weltweit grosser Beliebtheit
  • Car Wash mit stehendem Auto
    Im sogenannten Portal-Autowaschanlagen steht das Auto während der Wäsche still. Die Bürsten und Düsen der Autowaschanlage fahren vor und zurück, neben und über dem Auto. Die Autoreinigung dauert umso länger, je mehr Zusatzprogramme gewählt werden.
  • Car Wash mit rollendem Auto
    In einer Tunnel-Autowaschanlage, auch Autowaschstrasse genannt, wird das Auto von einem Förderband durch die Autowaschanlage transportiert. Die rotierenden Bürsten und Düsen sind fix montiert. In modernen Anlagen gibt es lineare Bürstenportale, welche dem Fahrzeug bis zu 1,5 Meter folgen, um eine gründliche Front- bzw. Heckreinigung zu gewährleisten. Die Kapazität einer Tunell-Autowaschanlage ist viel höher als bei einer Portalwaschanlage. Zudem muss der Kunde sein Auto während der Fahrzeugreinigung nicht verlassen und die Autoreinigung erfolgt unabhängig vom Programm immer gleich schnell.
  • Car Wash ohne Wasser
    Ein chemischer Car Wash ist eine Autowaschanlage, in der ohne Wasser gearbeitet wird. Der Schmutz wird mit chemischen Reinigern und Polituren entfernt – wahlweise maschinell oder von Hand. Diese Art der Autoreinigung ist nur für sehr leicht verschmutzte Autos geeignet.
  • Car Wash ohne Bürsten
    Bürstenlose Waschportale, in denen die Autoreinigung mit extremem Druck (bis 90 bar) und teils aggressiven Reinigungsmitteln erfolgt, findet man in den skandinavischen Ländern, aber auch in China.
  • Car Wash mit Dampf
    Mit Dampfreinigern arbeitende Autowaschanlagen erledigen die Autoreinigung mit Hochdruckdampf, Microfasertüchern und Reinigungsmitteln. Die Idee kommt ursprünglich aus Südkorea und gilt als besonders umweltfreundlich. Sie hat sich in Asien und dem mittleren Osten etabliert, nicht aber in Europa und den USA.